“Vorsicht: Aggressive, totalitäre und gefährliche Psycho-Sekte!”

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“Vorsicht: Aggressive, totalitäre und gefährliche Psycho-Sekte!”

REMID-Interview mit Judith Stander (Universität Münster)

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In einer aktuellen Dissertation von Judith Stander (Universität Münster) werden typische Berichterstattungen zum Thema “neue Religionen” in den Wochenzeitschriften ‘Stern’ oder ‘Spiegel’ untersucht. Mit einem interdisziplinären Ansatz von religionswissenschaftlichen und linguistischen Methoden können Perspektivierungs- und Dramatisierungsstrategien identifiziert werden, die verzerrte gesellschaftliche Meinungsbilder über religiöse Gruppierungen konstruieren.  Freilich bietet dabei insbesondere die sogenannte Sektendebatte ein weites Feld für journalistische Fantasien und Projektionsflächen. Der Untersuchungszeitraum von Standers Analyse deckt die Jahre von 1960 bis 2012.

Christian Wagenseil  von REMID (Religionswissenschaftlicher Informations- und Mediendienst e.V.) führte ein Interview mit der Forscherin. 


“Betrug”, “Gewalt” oder “Spiritualität”: Entwicklungen in der Berichterstattung über Religion in ‘Stern’ und ‘Spiegel’ seit 1960

 

ZUM VOLLSTÄNDIGEN INTERVIEW MIT JUDITH STANDER

Das Interview führte Christian Wagenseil (REMID).

Ein kurzer Einblick in das Gespräch: 

Als führende Nachrichtenmagazine haben ‘Stern’ und ‘Spiegel’ beträchtlichen Einfluss auf Debatten in der Gesellschaft. Gerade hinsichtlich der Sektendebatte zeigt sich die dominierende Stellung, da oft verzerrte Darstellungen präsentiert werden, in dem etwa undifferenziert alle neuen religiösen Bewegungen mit dem negativ konnotierten Wort „Sekte“ bezeichnet werden. Dies veränderte sich jedoch, etwa durch eine größere Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft gegenüber neuen religiösen Bewegungen, aber auch aufgrund von Reglementierungen, etwa durch die Enquete-Kommission, die 1998 für eine Vermeidung des pauschalisierenden und stigmatisierenden Sektenbegriffs in der Öffentlichkeit plädierte. Anhand dreier Stern-Artikel aus den Jahren 1995, 2002 und 2009 lässt sich sehr gut zeigen, wie sich eine Entwicklung von der „Psycho-Sekte“ zur „Wellness-Religion“ vollzogen und sich demnach aus einem negativen Sektendiskurs ein in den letzten Jahren positiv aufgeladener Spiritualitätsdiskurs etabliert hat. (…)



Die Forscherin

Judith Stander, M. A.

Forschungsschwerpunkte: Religion und Medien, Gegenwartsreligiosität.

März 2013: Abschluss des Studiums der Germanistik an der WWU Münster (Master of Arts).

Seit Okt 2011: Mitglied der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW).

Seit Sept 2011: Mitglied des Arbeitskreises “Religion und moderne (Massen)Medien” (AKMMM).

Standers bisherige Publikationen: Siehe Profil auf der Website der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

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